01Wissen & Kontext

Wissen, Kontext
und Kontinuität.

Ich untersuche, wie Agenten auf Wissen zugreifen, den Arbeitskontext erhalten und Ergebnisse über längere Aufgaben hinweg nachvollziehbar halten.

Deniz Wetz / PERSÖNLICHE EINORDNUNG / 03 ABSCHNITTEALLE AI INSIGHTS

KURZFASSUNG

Kerngedanken

  • Ein Fehler beim Abruf unterscheidet sich von einer unzuverlässigen Nutzung der bereits im Kontext vorhandenen Nachweise.
  • Datenformate, Speicherung und Abruf erfüllen unterschiedliche Aufgaben und lassen sich miteinander kombinieren.
  • Ergebnisse, Entscheidungen, offene Fragen und Quellenlinks sollten außerhalb des Modellkontexts gespeichert werden.

01RETRIEVAL-FEHLER

Wenn Retrieval relevante Quellen nicht findet

Warum wurden relevante Textabschnitte nicht abgerufen?

Beim Retrieval werden die Informationen ausgewählt, die das Modell als Belege für seine Antwort nutzen kann. RAG bezieht diese abgerufenen Informationen in die Antwort ein. Durch die Speicherung bleibt das Material verfügbar. Direkter Dateizugriff, Suche und strukturierte Abfragen lassen sich je nach Aufgabe und benötigten Nachweisen auswählen und kombinieren.

In meinen RAG-Experimenten sind relevante Textabschnitte nicht abgerufen worden, obwohl sie im Index vorhanden waren. Das war ein Retrieval-Fehler. Bevor ich eine unvollständige Antwort als fehlendes Wissen einordne, prüfe ich die Anfrage und den Retrieval-Pfad. Anhand der Quellenverweise kann ich nachvollziehen, was das Modell tatsächlich erreicht hat.

Quellen[01]

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02KONTEXT & KOMPLEXITÄT

Context Rot und komplexe Bewertungen

Was ändert sich, wenn viele Risiken und Begründungen gemeinsam bewertet werden?

Der Arbeitskontext umfasst die Informationen, die dem Modell für den aktuellen Schritt zur Verfügung stehen. Dazu gehören die Aufgabe, relevante Quellen und Entscheidungen, die weiterhin wichtig sind. Mehr Material macht den Kontext nicht automatisch nützlicher.

In meinen Experimenten hat die gemeinsame Bewertung vieler Risiken und Begründungen weniger zuverlässig funktioniert. Ich habe einzelne Bewertungen ausprobiert, ohne frühere Urteile in die nächste Bewertung zu übernehmen. Mit Prompt-Ketten habe ich die Schritte nacheinander ausgeführt. Context Rot und die Komplexität der Aufgabe sind mögliche Erklärungen. Aus dieser Erfahrung lässt sich aber keine einzelne Ursache bestimmen.

Quellen[02]

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03ZUSTAND DAUERHAFT SPEICHERN

Arbeitsergebnisse und Quellen speichern

Wie können die Arbeit und ihre Schlussfolgerungen nachvollziehbar bleiben?

Mit Markdown lassen sich lesbare Notizen schreiben, mit JSON lässt sich ein strukturierter Zustand beschreiben. PostgreSQL kann Dokumente, Metadaten und JSON neben anderen Datensätzen speichern. Diese Formate und Speicheroptionen lassen sich miteinander kombinieren.

Wenn der Aufgabenzustand dauerhaft gespeichert wird, bleiben Entscheidungen, abgeschlossene Schritte und offene Fragen über das aktuelle Kontextfenster hinaus erhalten. Dafür können Checkpoints eines Threads und längerfristige Speicher unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Wird eine Aufgabe später fortgesetzt, helfen die gespeicherten Arbeitsergebnisse und ihre Quellen zu erkennen, was noch geprüft werden muss.

Quellen[03][04]

PERSÖNLICHE BEOBACHTUNG

Auch beim Zusammenführen mehrerer Quellen stoße ich auf Schwierigkeiten. Eine Antwort kann schlüssig klingen, ohne deutlich zu machen, welche Quelle eine Aussage stützt, wo sich die Quellen unterscheiden und welche Verbindungen ich selbst ergänzt habe.

In meinen Notizen möchte ich deutlich machen, welche Begriffe eine Quelle verwendet und wofür ihre Aussagen gelten. Dabei sollen meine eigenen Beobachtungen von den Aussagen der Quellen unterscheidbar bleiben. Wenn sich eine Schlussfolgerung nicht klar zurückverfolgen lässt, würde ich die Ansätze lieber getrennt darstellen oder die Aussage eingrenzen. Durch das Zusammenführen von Frameworks sollte nicht der Eindruck entstehen, ich hätte ein neues Modell entwickelt oder validiert.

Weiterführender ArtikelQuelle und Retrieval-Methode auswählen

GRAFISCH ERLÄUTERT

Informationen abrufen, verwenden und speichern

  1. VerfügbarQuellen

    Dokumente, Datensätze und ihr ursprünglicher Kontext.

  2. AusgewähltAbgerufene Passagen

    Die für diese Frage zurückgegebenen Nachweise.

  3. In diesem AufrufAktiver Kontext

    Aufgabe, Anweisungen und ausgewählte Nachweise.

  4. Über diesen Aufruf hinausGespeichertes Ergebnis

    Ergebnis, Entscheidungen, offene Fragen und Quellenlinks.

PRÜFPUNKT 01Fehler beim Abruf

Relevantes Material ist vorhanden, erreicht das Modell aber nicht.

PRÜFPUNKT 02Problem bei der Kontextnutzung

Nachweise liegen vor, werden aber übersehen oder unzuverlässig genutzt. Auch die Komplexität der Aufgabe kann eine Rolle spielen.

PRÜFPUNKT 03Lücke bei der Speicherung

Abgeschlossene Arbeit wird nicht so gespeichert, dass sie wieder aufgenommen werden kann.

Die Grafik zeigt vereinfacht, wie Informationen ausgewählt, genutzt und gespeichert werden. Markdown und JSON sind Datenformate, die sich auch in einer Datenbank speichern lassen. Retrieval wählt Informationen aus. Persistenz sorgt dafür, dass gespeicherte Arbeitsergebnisse nach dem aktuellen Modellaufruf verfügbar bleiben.

QUELLEN DES ARTIKELS[01] [03] [04]

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Quellen

  1. Lewis et al. — Retrieval-Augmented Generation for Knowledge-Intensive NLP Tasks (öffnet in einem neuen Tab)
  2. Anthropic — Effective context engineering for AI agents (öffnet in einem neuen Tab)
  3. PostgreSQL documentation — JSON Types (öffnet in einem neuen Tab)
  4. LangGraph documentation — Persistence (öffnet in einem neuen Tab)